Wann schneidet man am besten Obstbäume zurück?

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Liebst du frisches, knackiges Obst aus dem Garten? Damit deine Obstbäume immer große und gesunde Früchte tragen, ist der regelmäßige Schnitt notwendig. Doch dabei lässt sich einiges falsch machen. Hier gibt es Tipps, damit es klappt!

Wann am besten Obstbäume schneiden?

Der richtige Zeitpunkt für den Erhaltungsschnitt hängt von der Obstbausorte ab.

Für Kernobst wie Äpfel, Birnen und Quitten sind Herbst und Winter die ideale Zeit. Selbst kalte Temperaturen (maximal -5 Grad) sind für den Baumschnitt kein Problem. Ein trockener Tag ist ideal. Beim Schnittzeitpunkt gilt: Je früher Kernobstbäume beschnitten werden, desto stärker treiben sie im Frühjahr wieder aus.

Das heißt: Kleinere, langsam wachsende Exemplare können schon im Herbst beschnitten werden. Sie sammeln über den Winter ihre Kräfte und haben im Frühling einen Wachstumsschub. Größere, stark wachsende Apfel-, Birnen- und Quittenbäume können hingegen mit einem Schnitt im späten Winter am Wuchern gehindert werden.

Steinobstbäume wie Aprikosen, Mirabellen und Zwetschgen bevorzugen direkt nach der Ernte geschnitten zu werden. Der frühe Schnitt schützt vor Holzkrankheiten, für die Kernobst generell anfälliger ist. Nur Pfirsiche und Süßkirschen sind eine Ausnahme, sie sollten beim Austrieb im Frühjahr geschnitten werden.

Wie schneidet man einen Obstbaum richtig?

Damit der Baum gesund weiter wächst, ist die richtige Technik bei der Schnittführung wichtig. Geschnitten wird grundsätzlich immer knapp über einer Knospe, die nach außen weist. Kommt an der Schnittstelle ein neuer Trieb, wird er zum Licht hin nach außen wachsen. Dadurch wächst das Geäst nicht gedrängt und Faulstellen an den Früchten werden vermieden. Zudem tragen nach innen wachsende Äste kaum Blüten und Früchte, weil sie weniger Licht abkriegen. Zusätzlich sind folgende Äste gute Kandidaten für den nächsten Obstbaumschnitt:

  • senkrechte Triebe (Wasserschosse), diese steil nach oben wachsenden Äste verdichten nur das Bauminnere und tragen selbst selten Blüten oder Früchte
  • sich überkreuzende Äste, weil sie aneinander scheuern und sich gegenseitig verletzen können
  • von Wildtieren angeknabberte Äste, weil sie anfällig für Krankheiten sind
  • Totholz
  • Äste der Baumkrone, die tiefer liegenden Ästen zu viel Licht oder Platz wegnehmen

Soll ein kompletter Ast entfernt werden, gilt es knapp über einer Verzweigung oder eng am Stamm zu schneiden. Damit die Schnittstellen gut heilen, sollte gezielt und mit scharfem Werkzeug gearbeitet werden. Möglichst keine Astgabeln entstehen lassen, weil sich in ihnen Wasser sammeln kann, was Fäulnis begünstigt. Insgesamt sollten alle Leitäste auf gleicher Höhe am Stamm immer so geschnitten werden, dass sie etwa auf gleicher Höhe enden oder anders ausgedrückt die gleiche Länge haben. Diese sogenannte „Saftwaage“ sorgt für die gleichmäßige Versorgung der heranwachsenden Früchte.

Kleinere Schnittstellen werden nicht mit Verschlussmittel behandelt, da sich herausgestellt hat, dass solche Mittel das Pilzwachstum fördern. Aus dem Pilz kann sich sogar Obstbaumkrebs entwickeln. Bei Wunden mit einem Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern kann der äußere Wundrand mit Wundverschlussmittel bestrichen werden, das Innere sollte unbehandelt bleiben.

Wie schneidet man Äste ab?

Wer selten oder noch nie einen Baum beschnitten hat, kann schnell an der falschen Stelle ansetzen oder zu viel Holz entfernen. Ehe es mit dem Schnitt losgeht, ist es empfehlenswert erst alle Äste, die am Baum verbleiben sollen, zu markieren. Geeignet sind etwa Geschenkband oder Gummibänder. So kann nichts schief gehen!

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