Borretsch: Ist die Pflanze giftig für Mensch und Tier?

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Vom Stängel bis zur Blüte ist Borretsch in vielen Küchen beliebt – doch die Pflanze enthält auch gefährliche Alkaloide. Wie giftig ist Borretsch?

Borretsch (Borago officinalis) ist seit Generationen in der Naturheilkunde und auch als Zutat für verschiedene Gerichte bekannt. Viele nutzen Borretsch als Gewürz für Quark. In der modernen Küche zieren die Blüten als essbare Zierelemente Süßspeisen wie Eis oder Kuchen. Doch neben Vitamin C und Gerbstoffen enthält Borretsch, der auch Gurkenkraut genannt wird, Alkaloide. Sollte das Kraut besser aus der Küche verbannt werden? Wie viel Borretsch ist gesund? Ist Borretsch im Garten ein Risiko für Hund, Katze und Co.?

Ist Borretsch giftig für Menschen?

Borretsch enthält giftige 1,2-ungesättigte Pyrrolizidinalkaloide (PA). Die Pflanze bildet den Stoff in Blüten, Blättern und Stielen, um sich vor Fressfeinden zu schützen.

Das „Bundesinstitut für Risikobewertung“ untersuchte den Gehalt von Borretsch. Ergebnisse zeigen: Die Alkaloide, welche sich im Borretsch befinden, kommen auch in anderen Gewürzen vor. Ungefährlich sind sie nicht. Die häufige Einnahme kann zu Leberschäden führen und Leberkrebs verursachen. Das Erhitzen der Pflanze neutralisiert die Gifte nicht.

Auch Samen können geringe Anteile des Giftes enthalten. Borretschöl soll aber laut einiger Quellen durch die besondere Verarbeitung unbedenklicher sein.

Doch ist Borretsch auch gefährlich, wenn er nur gelegentlich genutzt wird? Die Antwort kann leider nicht eindeutig mit einem Nein beantwortet werden.

Was sagen offizielle Tests?

Richtlinien zur Aufnahme von Pyrrolizidinalkaloiden (PA) gibt es nur für Medikamente: 1 Mikrogramm pro Tag bei einer Dauer von unter sechs Wochen und 0,1 Mikrogramm pro Tag bei Einnahme von über sechs Wochen sollen unbedenklich sein.

Wie giftig Borretsch im Vergleich ist, zeigten Tests, die vom BfR für die Einstufung genutzt worden. Borretsch hat einen Mittelwert von 50.562 Mikrogramm der 1,2-ungesättigten PA pro Kilo. Oregano und Majoran liegen mit 4.038 Mikrogramm pro Kilo mit Abstand auf Platz zwei der Liste.

Vorsicht bei Heim- und Haustieren

Eine Gefahr besteht für Pferde, Schafe und andere Weidetiere. Sollte der blau blühende Borretsch in großen Mengen auf der Weide stehen, ist dieser sicherheitshalber zu entfernen. Neben Borretsch und verwandten Raublattgewächsen geht auch eine Gefahr von Greiskrautarten aus.

Im letzten Jahrhundert sind Fälle von Seneziose (auch Leberkoller oder Schweinsberger Krankheit) selten. Grund dafür ist, dass Tiere fast ausschließlich gut überwachte Weiden nutzen. Etwa bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gab es dagegen noch häufiger Fälle von tödlichen Vergiftungen bei Tieren, die auf wilden Wiesen grasten.

Nie wieder grüne Soße?

Borretsch ist in der deutschen Küche ein beliebtes Gewürzkraut und auch das Öl aus den Samen wird verwendet. In der Naturheilkunde wird Borretsch nur für die äußerliche Anwendung beschrieben und z. B. bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis genutzt.

Borretsch ist giftiger als andere Küchenkräuter und sollte nie verwendet werden, um z. B. regelmäßig Gurken in einem Salat zu ersetzen. Das Risiko von verunreinigten Tees oder Honig aus Übersee wird ebenfalls als groß bewertet. Der Verzicht auf größere Mengen ist die einzige absolut sichere Möglichkeit, die giftige Wirkung zu vermeiden.

Wenig bedenklich ist es dagegen, einige der blauen Blüten gelegentlich als essbare Dekoration für Salate oder Süßspeisen zu verwenden. Und auch, wenn Eltern oder Großeltern ein Gericht mit Borretsch servieren, musst du nicht panisch die Flucht ergreifen. Sollte die Pflanze nur sehr selten gegessen oder als Gewürz werden, besteht keine außergewöhnlich große Gefahr. Du willst nicht auf Borretsch verzichten? Konsultiere regelmäßig deinen Hausarzt, um Leberschäden auszuschließen.

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Eine Antwort

  1. Auf meinem Balkon stehen die Hummeln ungemein auf die Borretschblüten, sie lassen sogar den nebenstehenden „geliebten“ Lavendel für diese Blüten außer acht!

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